Sonntag, 21. Juni 2026

Vom Verlust des Kantschen kategorischen Imperativs

  

Wer kennt sie nicht, die Höhlenmalereien, mit denen die Kunde vom Überlebenskampf der frühzeitlichen Menschen bis in die Gegenwart getragen wird? Bilder riesiger Mammute, bedrängt und besiegt von kleinen Strichmännchen mit langen Speeren, bezeugen noch heute den Ruhm der Jäger, die mit ihren Sippen nur überlebten, wenn sie den übermächtigen Gegner niederringen konnten.


Der Mensch entwickelte die Tötungstechnik weiter. Die Mammute starben aus. Die Jagd blieb als Privileg der Reichen, die hoch zu Ross mit Meutehunden und Büchsen das Wild erlegten. Das Speisen der Beute wurde zelebriert: Gedeckte Tafeln für die Gesellschaft zum Mahl, begleitet von musikalischen und literarischen Vorträgen. Ein Vergnügen des Adels, der Wilderer aus dem Volke bestrafte.


Beide Beispiele verdeutlichen den Weg von der Schicksalsgemeinschaft zur Klassengesellschaft, in der die Mächtigen das Recht setzen: bei der Jagd, im Krieg, ganz allgemein. Es würde hier jeden Rahmen sprengen, den Werdegang der Menschen bis in die Gegenwart verfolgen zu wollen.


Stichpunktartig sollte aber heute unter anderem folgenden Fragen nachgegangen werden:

Was denkt ein Aktionär, der in Rüstungsfirmen investiert?

Was denkt ein Drohnenpilot nach seinem achtstündigen Arbeitstag in Ramstein bei der Rückkehr in seine Familie?

Was denkt ein Kampfjetpilot beim Abwurf seiner Bomben auf den Libanon?

Gemeinsam ist allen, dass sie ohne bzw. ohne nennenswerte Eigengefährdung ihrer Erwerbstätigkeit nachgehen, um sich und gegebenenfalls ihre Familie zu ernähren und um einen gewissen Wohlstand zu erreichen oder zu halten. Sie haben jedes Recht dazu.


Die Problematik wird mit einem vierten Beispiel auf den Punkt gebracht:

Israel hat jedes Recht sich zu verteidigen.

Geblieben ist die Tatsache, dass Recht Auswuchs der Macht ist. Dieses Recht kippt ins Unrecht, sobald es die Ohnmächtigen schlechter stellt als die Gewaltinhaber, sei es am Kapitalmarkt, im Krieg oder einfach nur bei den Lebensgrundlagen.





18. Juni 2026

© Karl Hackelbusch

Dienstag, 9. Juni 2026

US-Jets willkommen

  

Vor uns’rer Wirtschaft hat der Kanzler Schiss,
Der bei FCAS seinen Schwanz einkniff.
Es waren deutsche Konzerne,
Gelenkt aus der Ferne,
Denen Blackrock das Marschlied pfiff.


9. Juni 2026

Montag, 25. Mai 2026

Übergriffe auf Hilfsschiffe

Nichts auf der Welt bleibt wie es war.
Es ändert sich sogar
Der Deutschlandfunk.
Doch Israels Verfehlung
Scheint ihm mutmaßlich nicht nachweisbar.


25. Mai 2026

 

Dienstag, 12. Mai 2026

Deutsche Nebelkerzen

  

Wer am Krieg gewinnen will,
Braucht von dem natürlich viel.
Schröder als Vermittler
Stört die Kriegsgewinnler.
Nebelkerzen sind da schnell im Spiel.


12. Mai 2026

Freitag, 2. Januar 2026

Verteidigung

 

Wir liefern Waffen für das Morden
Rechter Netanjahu-Horden.
Unsere Sprache wird manipuliert,
Die Krüppel und Tote so kaschiert.
Deutsche Schuld macht keine Sorgen.


2. Januar 2026

© Karl Hackelbusch

Sonntag, 7. Dezember 2025

Das Treffen

 

Der Kanzler reist zum Massenmörder,
Der macht für ihn die Drecksarbeit,
Versichert, dass ihn Deutschland förder
Bedingt durch Schuld aus der Vergangenheit.


Erkennt blind nicht die Ironie
Der Gegenwart im neuen Kleid.
Konservativen zeigt sich die nie
Beim Leben für die Vergangenheit.


7. Dezember 2025

© Karl Hackelbusch 

Sonntag, 30. November 2025

Eine Person

 

Der Anzeiger für Harlingerland zitiert heute Angela Merkel in einer Überschrift: „Niemand konnte Krieg verhindern“ und im Artikel weiter: „Dieser Krieg ist eine Aggression der russischen Föderation, Wladimir Putins“, […] „Wir alle haben nicht vermocht – alle, ich, alle anderen haben nicht vermocht, ihn zu verhindern.“


So viel Unschuld! Und doch Zweifel?


Hat ihr spätes Geständnis, das Abkommen Minsk 2 genutzt zu haben, um der Ukraine zu mehr militärischer Stärke zu verhelfen, die Altkanzlerin unglaubwürdig werden lassen? Doch war sie nicht bereits durch die besondere Freundschaft zu Obama nach dem Aufdecken der Spähaffäre politisch umstritten? Zwei seltene Einblicke in die Souveränität Deutschlands. Für jeden erkennbar in der Weigerung Trumps, Merkel die Hand zu schütteln. Der Doppelwumms ihres Nachfolgers blieb ihr erspart.





28. November 2025

© Karl Hackelbusch